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Kollision, das Ende der Reise
 


Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Bericht über unsere Zeit im Senegal und Gambia erscheinen, und eigentlich sollte dieser Bericht auf Martinique verfasst werden. Eigentlich wollten wir unsere Reise im September beenden, nachdem wir unsere Hermi über die Azoren nach Hause gebracht hätten. Eigentlich, doch wie so oft kommt alles anders.

Am 02.02 hatten wir uns aus Banjul (Gambia) mit Ziel Martinique verabschiedet, wo wir ein wenig Karibik-feeling tanken wollten. Oli mit seinem 17mtr. Kat "Tao" würde einen Tag später folgen und uns nach 2- 3 Tagen einholen. Wir haben es eilig, nach Tagen der Flaute sind 20 Knoten Wind aus Nord angesagt, genau richtig um Meilen zu machen. Anfänglich war der Wind noch sehr schwach und kam aus NW, doch nach einigen Stunden drehte er auf N und frischte kräftig auf. Die See wurde in dem flachen Wasser vor der Küste schnell ruppig und Felix war seit langem wieder einmal Seekrank. Um mehr Ruhe in das Boot zu bekommen, änderten wir den Kurs auf 250°, einen leichten Raumschots Kurs, später im Passat würden wir die Höhe schnell wieder zurück gewinnen. 2 Tage blieb der kräftige Wind mit 20-25 Knoten, erst am dritten Tag ging er auf angenehme 15 Knoten zurück und nachdem wir alle Segel ausgerefft hatten, änderten wir den Kurs auf 280°. Felix ging es endlich besser und das Segeln wurde angenehm. Mit 8-9 Knoten rauschte Hermi durch das tief blaue Wasser, als wie aus dem Nichts plötzlich Delphine neben dem Boot auftauchten. Nach den letzten beiden Tagen eine echte Érholung. Doch die Situation ändert sich "schlagartig".

Am 06.02. gegen 13°°, nach ca. 270SM knallte es zwei mal ganz heftig unter dem Boot. Der Erste war unser Kiel und ich dachte dachte der zweite Knall hätte mal wieder eines unserer Ruder zertrümmert, doch diese schienen unversehrt. Ich hatte beigedreht, hinter uns schwamm eine rote Sperrholzplatte im Wasser, die Felix doch sehr an unseren Kiel erinnerte, zumindest ein Stück davon.  Angie ist sofort nach unten um die Bilge zu kontrollieren und musste zusehen, wie das Wasser vor ihren Augen an den Bodenplanken emporstieg. Mit vereinten Kräften versuchten wir gegen das eindringende Wasser zu lenzen, doch nach einer halben Stunde hatten wir den Kampf verloren, das Wasser stieg über die Bodenbretter.
Ein Abdichten von Innen war unmöglich und von Außen war es zu gefährlich, da die See durch den Wind der letzten zwei Tage nuch sehr unruhig war.

Safety first!

Skunki hat seinen Stammplatz gegen den Rettungsring eingetauscht.

 

Glücklicherweise hatte ich eine solche Situation bei der Planung des Bootes berücksichtigt und das Boot so konstruiert, dass man die Unterwassersektion wasserdicht zur Überwassersektion abdichten kann. Mit  Hilfe von Sikaflex und den verschraubbaren Bodenbrettern, konnten wir ein weiteres Vordringen des Wassers dann auch verhindern. Zwar zeigten sich ein paar Stellen, die nicht gleich ganz dicht waren, doch nach zwei Stunden war das Boot unter Kontrolle und wir konnten mit 2000 Litern Wasser in der Unterwassersektion des Bb Rumpfes die Rückreise nach Banjul antreten.

Überraschend meldete sich gegen 17°° Oli über Seefunk. Wir erklärten ihm die Lage und teilten ihm mit, dass wir den Wassereinbruch unter Kontrolle haben und versuchen Banjul zu erreichen. Wir konnten Ihm noch unsere Position durchgeben, bevor der Funkkontakt abriss. Er war bereits 55SM NW von uns. Gegen 18°° wollte er sich wieder melden, doch um die verabredete Uhrzeit blieb mein Anruf ungehört.

 


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