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Kollision, das Ende der Reise
 


Mittlerweile hatte ich auch einen Frachter angefunkt, dem ich unsere Lage mitteilte und ihn bitten konnte den Rettungsdienst in Deutschland zu verständigen, damit diese informiert sind, für den Fall, dass wir unseren EPIRB hätten doch noch auslösen müssen. Doch soweit kam es dann glücklicherweise nicht mehr.

Hermi bewährte sich einmal mehr. Trotz anfänglich rauher See und mit 2 Tonnen Wasser, hatten wir ein sicheres Gefühl und konnten mit bis zu 6 Knoten Banjul sicher erreichen. Mangels Slipmöglichkeit brauchte es noch fast eine Woche bis wir uns auf einer Sandbank trocken fallen lassen konnten und die Leckagen in einer Notreparatur dicht bekamen.

Interessant ist die Art des Schadens. Der Kiel ist am Ansatz komplett delameniert. Die Hinterkante sieht aus, als ob eine Bombe darin explodiert wäre, Holz und Glasfaßern hängen in langen Fetzen davon, doch die Vorderkante des Kiels hat nicht die geringste Macke. Offensichtlich sind wir mit der Welle und 9 Knoten Fahrt von oben auf ein knapp unter der Wasseroberfläche treibenden Hindernis gekracht. Ich denke, es war wohl ein Container, zu sehen war außer unserem angerissenen Kiel und etwas was wie Wellpappe aussah, absolut nichts. Spekulationen ob wir vielleicht einen Wal gerammt hätten, können wir wohl ausschließen. Erstens wäre der Knall nicht so hart gewesen und zweitens wäre ein schlafender Wal nach kurzer Zeit wieder aufgetaucht.

Damit ist jedoch das Ende der Reise der "Hermann Heinrich" eingeleitet. Denn selbst, wenn wir unser Boot in den nächsten Wochen wieder völlig instand setzen könnten, würden wir für einen erneuten Start in die Karibik schon zu spät dran sein und um ganz ehrlich zu sein, fehlt uns derzeit auch der Mut und die Kraft das Schicksal nochmals heraus zu fordern.

Was wir jetzt mit unserer Hermi machen werden, ist auch noch nicht so ganz klar. Gerne möchten wir das Boot behalten, doch andererseits brauchen wir auch ein Startkapital für den Sprung an Land.

 

 


Vermutlich ein knapp unter der Wasseroberfläche treibender Container hat den hinteren Teil des Kiels abgerissen, als wir mit 9 Knoten darauf gerauscht sind.

Wie auch immer, es ist Zeit für uns wieder an Land zu gehen. Nach zweieinhalb Jahren an Bord wird es nun doch merklich zu eng. Felix ist nun 14 und beginnt deutlich andere Intressen als Marvin zu entwickeln und auch Marvin spricht zunehemend davon, dass er sich nach einem Leben an Land und nach Freunden sehnt.

Ich muss gestehen, dass mich das Leben an Land nicht sehr lockt und so werde ich mich nur mit einer dicken Träne von unserem Leben an Bord verabschieden. Doch für Angie und mich ist es immer klar gewesen, dass diese schöne Zeit mit unseren Kindern einmal ein Ende finden wird. Nun kommt es halt ein wenig früher als geplant, doch das ist nicht schlimm, denn wir haben Pläne und freuen uns darauf diese in die Tat umsetzen zu können, doch davon in einem späteren Bericht.

Den Bericht über unsere wundervolle Zeit im Senegal und Gambia werden wir erst in ein paar Wochen nachschieben können, da wir derzeit doch einiges um die Ohren haben.

Bis dahin...

 

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